Das Junges Linkes Bündnis BEO

Wer sind wir:

Das Junge Linke Bündnis Berner Oberland (JLB BEO) ist die politische Stimme junger Menschen mit progressiven Werten. Wir stehen für ein Berner Oberland, das nicht wenigen gehört, sondern allen: denen, die hier leben, arbeiten, pflegen, lernen, alt werden und ihre Kinder grossziehen. Wir wollen in einer Politik mitwirken, die niemanden zurücklässt. Die schützt, was uns trägt. Und die stärkt, was unsere Region ausmacht.

 

Das Junge Linke Bündnis Berner Oberland (JLB BEO) ist ein überparteiliches Bündnis junger Menschen im Berner Oberland. Initiiert wurde es von den Jungen Grünen und der JUSO, mitmachen können jedoch alle, die sich dem linken politischen Spektrum zugehörig fühlen.

Das JLB BEO versteht sich als Vereinigung und Plattform für Austausch, Organisation und politische Teilhabe. Unser Ziel ist es, junge Menschen in der Region zu politisieren, zu vernetzen und für eine progressive, linke Politik zu mobilisieren. Wir setzen uns für ein Berner Oberland ein, in der Gemeinschaft, Solidarität und Mitbestimmung gelebt werden. Im Mittelpunkt stehen die Bewohner:innen, sie sollen die Region aktiv mitgestalten. Denn wir glauben: Wer gemeinsam handelt, kann echte Veränderung erreichen.

„Gemeinsam blicken wir optimistisch nach vorn, gestalten mit und verändern, was uns stört.“

Standpunkte

Ausgangslage:

Die Weltlage ist kompliziert und wirkt selten hoffnungsvoll. Kriege, soziale und wirtschaftliche Krisen, die Klimakatastrophe sowie die Ausbeutung von Mensch und der Natur sind Folgen unseres zutiefst ungerechten globalen Systems. Viele von uns haben das Privileg, die schlimmsten Zustände nur aus Berichten zu kennen und nicht aus eigener Erfahrung. Doch auch das Berner Oberland bleibt von vielen dieser Folgen nicht verschont.

Die wirksamsten Antworten auf diese Herausforderungen sind sozial gerecht, ökonomisch tragfähig und ökologisch verantwortungsvoll. Um diese zu entwickeln, sind Kompromisse notwendig sowie eine gemeinsame Vorstellung davon, wie unsere Gesellschaft in Zukunft aussehen soll. Dazu brauchen wir Räume zum Nachdenken, Diskutieren und Gestalten. Die Herausforderungen sind strukturell und komplex, und es wäre naiv zu glauben, sie liessen sich einfach lösen. Wir gehen den Problemen auf den Grund, bilden uns weiter und setzen an der Wurzel an. Zudem stellen wir uns entschieden gegen jene, die mit simplen Schuldzuweisungen von den eigentlichen Ursachen ablenken und ihren Hass auf marginalisierte Gruppen richten.

Für eine gerechte Gesellschaft einstehen

Soziale Gerechtigkeit ist der Schlüsselfaktor für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft. Auch wenn sich das Berner Oberland oft in malerischer Harmonie zeigt, bestehen gerade hier grosse Gefälle zwischen den sozialen Schichten. Grundbedürfnisse wie Wohnen, Mobilität oder die Krankenversicherung werden zunehmend teurer. Immer mehr Kosten werden auf das Individuum abgewälzt, während gleichzeitig bei den Sozialwerken gespart werden soll. Immer mehr Menschen sind auf Ergänzungsleistungen angewiesen. Wir fordern einen stärkeren sozialen Ausgleich – unter anderem durch ein progressives Steuersystem. Ein starker Service Public ist dabei zentral – gerade für die ländlich geprägte Region des Berner Oberlands.

 

Bezahlbarer Wohnraum: Im Berner Oberland wird Wohnraum immer knapper und teurer. Verantwortlich dafür sind nicht die Gäste oder die Zuwanderung, sondern ein wachsender Anteil an Zweitwohnungen, AirBnB-Angeboten und Immobilien, die als Kapitalanlage dienen. In beliebten Kur- und Tourismusorten stehen ganze Häuser oder ehemalige Hotels leer oder werden nur noch zeitweise genutzt, während Einheimische kaum noch eine Wohnung finden oder sich diese nicht mehr leisten können. Das Berner Oberland droht, zu einem „Disneyland für Reiche“ zu werden. Die Folge: Die Lebenshaltungskosten steigen, und die einheimische Bevölkerung wird an den Rand gedrängt. Wir setzen uns dafür ein, dass Wohnraum in erster Linie dem Wohnen dient, und nicht der Rendite.

 

Bildung für alle: Bildung ist ein öffentliches Gut und soll allen kostenlos zugänglich sein. Wir fordern echte Chancengleichheit durch Förderung in öffentlichen Schulen, insbesondere auch für bildungsschwächere Kinder und Jugendliche. Bildung soll nicht nur auf das Berufsleben vorbereiten, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und demokratische Werte vermitteln.

 

Starker Service public: Ein starker Service public stärkt das Berner Oberland. Verlässliche öffentlichen Dienstleistungen und gute Verkehrsanbindungen verhindern, dass ganze Regionen abgehängt werden. Dazu braucht es den Erhalt und die Stärkung von Spitälern, Schulen, Post- und Bankfilialen sowie den gezielten Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Diese Infrastruktur sichert die Grundversorgung, die soziale Teilhabe und die wirtschaftliche Entwicklung in der Region.

 

Betreuungs- und Gesundheitssysteme: Körperliche und geistige Gesundheit sind Grundpfeiler für Lebensqualität. Deshalb setzen wir uns für eine flächendeckende, wohnortsnahe Versorgung mit Gesundheits- und Betreuungsangeboten ein – sei es für unser Grosi oder unsere Kinder. Eine dezentrale Versorgung ist für das Berner Oberland besonders wichtig. Auch ausserhalb der Städte darf nicht der Eindruck entstehen, „abgehängt“ zu sein.

 

Inklusion: Gesellschaftliche Teilhabe für alle ist nicht nur für Betroffene von Ausgrenzung zentral, sie stärkt das Miteinander insgesamt. Wir setzen uns für Barrierefreiheit im Alltag und im gesellschaftlichen Leben ein. Gezielte Unterstützung und aktive Sensibilisierung wirken.

 

Intersektionaler Queer-Feminismus: Als intersektionales und queerfeministisches Bündnis fördern wir die Gleichstellung aller Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter sowie psychischer oder physischer Verfassung. Alle Menschen sollen die gleichen Rechte und Chancen haben.

 

Solidarische Migrationspolitik: Eine soziale Migrationspolitik bedeutet, gemeinsam und entschlossen gegen die Herabwürdigung, Diffamierung und Ausgrenzung geflüchteter Menschen sowie gegen rechte und rassistische Ideologien vorzugehen.

  • Das Recht auf Asyl ist ein unverzichtbarer Pfeiler eines demokratischen Rechtsstaats und darf nicht ausgehöhlt werden. Integration muss ab dem ersten Tag beginnen und Menschen die Möglichkeit geben, sich einzubringen und am öffentlichen Leben teilzuhaben.

  • Die Folgen einer vernachlässigten Migrationspolitik zeigen sich in der Realität einer „Dreiviertel-Demokratie“, in der eine grosse Bevölkerungsgruppe vom Stimm- und Wahlrecht ausgeschlossen bleibt. Diese demokratische Schieflage, ebenso wie willkürliche Einbürgerungsverfahren, muss sich dringend ändern.

 

Kapital gerecht umverteilen: Soziale Ungleichheit, genauer gesagt die ungleiche Verteilung von Kapital, schadet unserer Gesellschaft tiefgreifend. Sie untergräbt das Prinzip der Gleichheit, das in unserer Staatsphilosophie und im Recht verankert ist. Vor allem aber ist sie für armutsbetroffene Menschen ein tägliches, existenzielles Problem. Um soziale Spaltung zu verhindern und allen ein würdiges Leben zu ermöglichen, braucht es gezielte Massnahmen für eine gerechtere Verteilung von Reichtum.

  • Eine wirksame Umverteilung gelingt am besten durch eine verhältnismässige Besteuerung der Wohlhabendsten. Kapital-, Erbschafts- und Einkommensteuern für die Reichsten sollen erhöht und Schlupflöcher konsequent geschlossen werden. Gleichzeitig sollen niedrige Einkommen steuerlich entlastet werden.

  • Ein sogenanntes Partizipationseinkommen soll unterbezahlte oder unbezahlte Arbeit – insbesondere Care-Arbeit – angemessen entlohnen. Dazu gehören etwa ein spürbares Kindergeld oder ein Mindesterbe, das allen zusteht.

Umwelt- und Klimaschutz

Es geht um unsere Zukunft. Es geht um unsere Lebensgrundlage. Es geht um unseren Planeten. Wir brauchen effektiven und sozialverträglichen Klima- und Umweltschutz, damit all das erhalten bleibt.

 

Energie: Wir setzen uns für den raschen Ausbau erneuerbarer Energien ein. Besonders im Fokus stehen Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie), Wasserkraftprojekte von nationaler Bedeutung sowie die Energiegewinnung durch Biomasse. Die Holzwirtschaft spielt eine zentrale Rolle bei der Wärmeerzeugung im Berner Oberland, und soll diesen Beitrag auch in Zukunft leisten.

 

Klimaanpassungen: Das Berner Oberland ist stark von den Folgen der Klimakrise betroffen: Starkregen, Murgänge, Hangrutsche, Wasserknappheit in höheren Lagen und ausbleibende Schneefälle werden zur neuen Realität. Wir müssen unsere Infrastruktur und Bevölkerung wirksam vor diesen Risiken schützen – durch Prävention, Schutzmassnahmen und kluge Planung.

 

Landwirtschaft: Eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft ist essenziell – nicht nur zum Schutz unserer Umwelt, sondern auch zur Sicherung unserer Ernährung. Wir fordern eine Landwirtschaft, die Ressourcen schont, auf gesunde Böden und Vielfalt setzt und faire Bedingungen für Produzent:innen schafft. 

 

Biodiversität: Das Berner Oberland beheimatet eine einzigartige Flora und Fauna. Der Schutz dieser Lebensräume ist zentral. Wir setzen uns für die Ausweitung von Naturschutzgebieten, deren Verbindungen und für den gezielten Erhalt gefährdeter Arten ein. Sensible Ökosysteme müssen durch klare gesetzliche Regelungen bewahrt werden.

 

Raumplanung: In der peripheren Region „Berner Oberland“ ist eine vorausschauende Raumplanung entscheidend. Zersiedelung und Bodenversiegelung müssen eingedämmt werden. Wir fordern eine nachhaltige Regionalentwicklung, die kreative Lösungen für bekannte Herausforderungen prüft und konsequent umsetzt.

 

Mobilität: Für eine umweltfreundliche und zukunftsfähige Mobilität soll der öffentlichen Verkehr gezielt ausgebaut und emissionsarme Verkehrsmittel gefördert werden. Sichere Velowege sind ein wichtiger Bestandteil davon, insbesondere in den Regionen, in der viele Strecken mit dem Velo zurückgelegt werden könnten.

 

CO2 Neutralität: Wir fordern die vollständige CO-Neutralität spätestens bis 2050. Dieses Ziel muss mit klaren Etappen, gesetzlicher Verbindlichkeit und ausreichenden Investitionen hinterlegt werden.

Zukunftsfähigen Tourismus und Kreislaufwirtschaft stärken 

Das Berner Oberland ist ein zentraler Knotenpunkt des Schweizer Tourismus. Doch der zunehmende Übertourismus ist nicht zukunftsfähig. Wir kritisieren ein Tourismusmodell, das auf grenzenlosem Wachstum basiert und ignoriert, dass unsere Ressourcen begrenzt sind. Stattdessen brauchen wir einen Tourismus und eine Wirtschaft, die auf realistischen, ökologischen und sozialen Grundlagen beruhen und sich an den Grenzen der Natur orientieren.

 

Nachhaltiger Tourismus: Wir setzen uns für einen sanften, naturverträglichen Tourismus im Berner Oberland ein. Kein Massentourismus, sondern Erholung im Einklang mit Umwelt, Kultur und Bevölkerung. Nachhaltiger Tourismus soll nicht nur Erholung bieten, sondern auch das Bewusstsein für Umwelt, Klima und kulturelles Erbe stärken.

 

Schutz von Kulturgütern: Tourismus darf die lokale Kultur nicht überformen oder kommerzialisieren. Traditionen sollen gelebt, weiterentwickelt und kritisch hinterfragt werden dürfen. Eine lebendige Kultur entsteht aus Veränderung, nicht aus folkloristischer Vermarktung.

 

Regionale Wertschöpfung: Die lokale Wirtschaft muss gestärkt werden. Wir fordern gezielte Förderung von regionalen Anbieter:innen, kurzen Lieferketten und nachhaltigen Produkten. So bleibt die Wertschöpfung im Berner Oberland, sichert Arbeitsplätze vor Ort und stärkt den sozialen Zusammenhalt. Dafür braucht es Anreize, klare Rahmenbedingungen, und politisches Engagement.

 

Stärkung von Gemeinschaftsprojekten: Wir unterstützen lokale und gemeinschaftsorientierte Projekte, die Kreislaufwirtschaft konkret umsetzen – durch Ressourcenschonung, Abfallvermeidung und solidarische Wirtschaftsformen.

Partnerschaften zwischen Unternehmen, Gemeinden und zivilgesellschaftlichen Organisationen, die auf Kooperation und Generationengerechtigkeit basieren, sind der Weg in eine nachhaltige Zukunft

 

Neue wirtschaftliche Paradigmen: Wir fordern eine Abkehr von konsumorientierten, kapitalistischen Modellen hin zu ressourcenschonenden, gemeinwohlorientierten Praktiken. Unsere Vision ist eine Postwachstumsgesellschaft, die soziale Gerechtigkeit, ökologische Tragfähigkeit und kollektive Verantwortung in den Mittelpunkt stellt. 

 

Förderung von sozialem Unternehmertum: Unternehmen tragen grosse Verantwortung zum Wohlergehen der Bevölkerung bei. Wir fordern daher die Begleitung von Unternehmen zum Wandel von reiner Profitmaximierung zu alternativen Unternehmensformen, welche zum gesellschaftlichen Wohlbefinden beitragen. 

 

Nachhaltiger Finanzplatz: Auch die Banken im Berner Oberland müssen die Region stärken und ihr Geld zukunftsfähig und sicher investieren.

Raum für Gemeinschaft und Kultur schaffen

 

Wir fordern mehr Treffpunkte und Entfaltungsräume, jenseits von Sportvereinen und Musikgruppen. Traditionelle Vereine sind wichtig und leisten viel, doch wir wollen auch Platz für Neues kreieren. Denn in Veränderung liegt die Chance für persönliches und gesellschaftliches Wachstum.

 

Treffpunkte für Jugendliche: Wir setzen uns für die Schaffung und den Erhalt von Begegnungsorten für Jugendliche im Berner Oberland ein – Orte, die niederschwellig zugänglich sind und den sozialen Austausch sowie kulturelle Teilhabe fördern. Jugendliche brauchen Räume, in denen sie sich treffen, austauschen und selbstbestimmt gestalten können.

 

Abschaffung der Sperrstunde: Die gesetzliche Sperrstunde um 22 Uhr für unter 16-Jährige gehört abgeschafft. Es soll in der Verantwortung der Eltern liegen, wann und wie lange ihre Kinder draussen bleiben. Statt pauschaler Einschränkungen braucht es Vertrauen, Aufklärung und Mitverantwortung.

 

Stärkung von Vereinen und zivilen Organisationen: Zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine und Jugendorganisationen leisten wichtige Arbeit. Sie sollen auf kantonaler und kommunaler Ebene gezielt gefördert werden, sowohl finanziell als auch organisatorisch. So schaffen wir nachhaltige Strukturen für eine lebendige Zivilgesellschaft.

 

Anlaufstelle für Eventplanung: Wir fordern klare und unterstützende Strukturen, damit junge Menschen eigene Veranstaltungen organisieren können – sei es ein Konzert, ein Filmabend oder ein politischer Austausch. Gemeinden und Kanton sollen aktiv kommunizieren, wie Veranstaltungen umgesetzt werden können, und jungen Menschen helfen, bürokratische Hürden zu überwinden.

 

(Stand Mitgliederversammlung 4.9.2025)